The Ban Society? Generative KI, globale Social-Media-Bans und das Ende der Medienbildung
Ein Vortrag von Prof. Dr. Thomas Knaus
- Veranstaltungsformat:
- Präsenzveranstaltung
- Veranstaltungsort:
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- Neubau, Hörsaalgebäude, Raum H.002
- Veranstalter:
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- Medienbildung
- Kategorie:
-
- interne Veranstaltung
- Zielgruppe:
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- Mitglieder und Studierende der PHHD
Der Vortrag “The Ban Society? Generative KI, globale Social-Media-Bans und das Ende der Medienbildung” nimmt Beobachtungen aus Thomas Knaus‘ Forschungssemester auf, in dem er den Einsatz generativer und kommunikativer KI in australischen Bildungskontexten
untersuchte. Als Medienpädagoge und Bildungsinformatiker interessierte ihn, unter welchen Bedingungen generative und kommunikative KI in Bildungsprozessen nicht als reine Antwortmaschinen, sondern als unterstützende "Buddys" und reflexive "Sparringpartner:innen"
Einsatz finden können und wie ein Lernen über KI gelingen kann.
Im Zuge seiner Recherchen rückte eine aktuelle Entwicklung in den Vordergrund: die weltweite Renaissance pauschaler Medienverbote. Der australische "School-Phone-Ban" und insbesondere der am 10. Dezember 2025 eingeführte "Social-Media-Ban" für unter 16-Jährige entwickelte sich vor Ort zu einem gesellschaftlichen Großthema. Alle Akteur:innen an Schulen und Hochschulen diskutierten intensiv über Sinn und Unsinn des weltweit wahrgenommenen “Reallabors‘” In Gesprächen mit Schüler:innen, Eltern, Lehrer:innen und Kolleg:innen wurde Professor Knaus so – unfreiwillig – zum Aktivisten gegen prinzipielle Restriktionspolitiken.
Diese Debatten blieben nicht auf Australien beschränkt. Heute prägen sie den europäischen Bildungsdiskurs – und die pauschalen Restriktionen fanden unter dem Deckmantel des Kinder- und Jugendschutzes bereits erste Nachahmer. Es stehen sich hierbei nicht nur festgefahrene Meinungen, sondern auch konträre Lager gegenüber: Plattformregulierung trifft auf digitale Freiheitsrechte, Altersverifikation auf Datenschutz und netzpolitische Fragen, Jugendmedienschutz auf Partizipationsrechte. Diese Spannungsfelder zielen auf eine Grundsatzentscheidung zwischen Bewahrpädagogik und Medienbildung.
Der Vortrag analysiert diese Spannungen aus bildungswissenschaftlicher und medienpädagogischer Perspektive und diskutiert ihre rechtlichen, technischen und pädagogischen Implikationen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob pauschale Medienverbote geeignet sind, junge Menschen zu schützen – oder ob sie langfristig just jene Medienbildung erschweren, die für einen selbstbestimmten Medienumgang in medial und digital geprägten Gesellschaften notwendig wäre. Ausgehend von historischen und aktuellen Medienpaniken argumentiert Knaus, dass (Medien-)Bildung nicht von generellen Einschränkungen profitiert, sondern einer kritisch-reflexiven und aktiv-handlungsorientierten Auseinandersetzung mit Technologie, Technik und Medien bedarf. Hierzu verbindet er bildungstheoretische Überlegungen, internationale Forschungsperspektiven und Gesprächsnotizen mit Kolleg:innen aus Wissenschaft und pädagogischer Praxis sowie Schüler:innen und Studierenden zu einer kritischen Analyse gegenwärtiger Verbotsdiskurse zugunsten einer nachhaltigen Förderung von Medienbildung.
Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung
Veranstaltungsort:
Neubau, Hörsaalgebäude, Raum H.002
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 560-562
69120 Heidelberg
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Veranstalter:
Medienbildung
Kontaktperson:
Prof. Dr. Thomas Knaus
Institut für Kunst, Musik und Medien
Medienbildung
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